Im Gang vor die Hunde

by pleite

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  • Record/Vinyl + Digital Album

    Das Tape nochmal als LP mit Oma als Bonustrack auf schwarzem Vinyl mit 350g Cover, Textinlay und Downloadcode. Kommt mit Siebdruck auf der B-Seite.
    250x mit gelbem Riesenrad und 250x mi rotem Pferd.

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  • Limited Edition Cassette
    Cassette + Digital Album

    Das schwarze Tape kommt mit 2x4 Songs daher, darunter 5 neue, 'Alltag' und 'Ralf' (vom Demo) sind neu eingespielt und einem Coversong. Phantom Records hat 150 Stück gemacht und in eine Falthülle mit Lyricsheet gepackt.

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    Sold Out

1.
02:45
Mit dem Kinderwagen ne Erlebnistour auf Rügen. Schwester Mandy, Bruder Ronny sind natürlich mit dabei. Wenn Deutsche in Deutschland Urlaub machen ist kein Platz für Fremde: Und hoffentlich ziehen diese Schwarzen nicht in unser Dorf. Halt dein Maul! Hier ist es doch so schön und alles soll so bleiben. Ein Urlaub ganz wo anders, wer will denn da schon hin? Der Ostseestrand schön weiß, du redest nicht vom Sand. Das Wasser etwas braun, auch das ist deine Farbe. Und ich liebe doch Kartoffeln, legere ins Restaurant, Camp David macht es möglich, immer richtig angezogen. Barfuß oder oben ohne, präsentierst dich gern am Strand. Kommt doch mit ins Wasser, Deutsche wärmen sich am Eisblock. Ach dann wünsche ich mir sehr, dass es hier mehr Haie gibt! Ein Revier aus Handtüchern, dann zum letzten Mal. Flohmärkte, DDR-Krempel, Nostalgie und bessere Zeit. Deshalb gehört heut‘ meinen Turnschuh‘ direkt in dein Gesicht.
2.
02:05
Ralf fährt heut mit 90 durch die Innenstadt, die Überholspur der B2, das ist sein Revier. Bei Rot halten nur Versager und so ist Ralf wohl nicht. Mit hohem Puls und lautem Hupen ist er nun voll dabei. Im Auto da ist er ein Mann. Wen kümmern schon die anderen? Sie halten auf, stehlen Zeit, der Fuß klebt auf dem Gaspedal. Ich bin doch der Überflieger. Mittelmäßigkeit, die Schwäche der Normalen. Höher, Besser, Weiter. Er ist doch nicht nur Mittelmaß, denn schließlich fährt er schnell. Wer bremst, der verliert. Hans-Wurst zu sein, die größte Angst und deshalb fährt er schnell. Fahren, Fahren, Fahren, Fahren, die Kurve kommt doch Ralf fährt einfach nur noch gerade aus.
3.
02:36
Frau Naumann brachte die Post, bekannt im ganzen Viertel, gesprächig unterwegs, vielleicht war sie auch nett. Das ist ne Weile her, bekannt ist sie noch immer, och die Leute flüchten, denn ihre Uhr blieb steh‘n. Früher, damals, vergangene Zeit: Die Deutschen hatten Arbeit. Es war nicht alles schlecht! Denn alle waren fleißig und so ging es voran. Später gab’s Bananen und Westfernseh‘n, doch der Staat hilft Fremden, deshalb los zum Flüchtlingsheim. Nach unten tritt sich‘s leichter. Fluchtursachen erklärt mir heute noch die Morgenpost. Warum kommen da nur Männer? Frauen seh‘ ich nie. Die Wahrnehmung verschoben, angefeuert durch Stumpfsinn: Wir sind doch damals nicht weggelaufen. Frau Naumann geht’s beschissen, denn ihre Welt ist fort und doch weiß sie Bescheid übers Elend unsrer Zeit. Natürlich war‘s mal besser und Schuld sind die da oben. Vorurteil und Ignoranz: die Waffen dieser Frau. Früher, damals, Nostalgie. Die Gespräche drehen sich nur noch in `nem Kreis: Das Wetter wird stets schlechter und immer diese Zecken. Am Wochenende Besuch von Enkeln, sonst allein Zuhause, stark verbittert, kleine Rente und die Wut, die kocht.
4.
02:01
Neulich waren Jugendliche mit komischen Klamotten im Hausflur unterwegs, den Müll schnell runter schaffen. Ich glaube die sind kriminell, da hab ich nochmal nachgeschaut und auch gleich gesehen, dass sie den Müll nicht richtig trennen. Ich wusste es schon immer, Tätowierte bringen Ärger. Ich geh abends nicht mehr raus, die sind doch abnormal! Sowas sollte man verbieten, die machen Kindern Angst. Im Treppenhaus kann man auch mal langsam laufen! Und musst du wirklich sonntags Wäsche waschen - Die Hausordnung verbietet das! Sie machen doch sonst auch nicht viel, sind sicher stinkend faul. Ich seh‘ die nur in Jogginghosen, wenn sie mit den Türen knall‘n. Der Pfand klappert im ganzen Haus, die Musik ist auch zu laut. Grüßen tun sie nicht, wo soll das bloß noch enden? Soll‘n sie lieber arbeiten, das hat noch nie geschadet. Jaja, das sagt die Frieda gern: Die Arbeit macht doch Freude. Arbeit macht doch Freude? Ist das noch dein Scheißernst. Halt einfach deine Fresse!
5.
03:12
Die Sonne scheint und neben dir der beste Mensch. Die Straße schwitzt, natürlich tust du’s auch. Musik läuft laut und Bäume zieh‘n vorbei. Fast 30 Grad - in Kaltland ist es Sommer. Die Karre fährt, der Fensterheber klemmt, Benzin ist teuer, heut ist‘s scheißegal. Raus aus der Stadt, mal seh‘n was es dort gibt. Urlaub von dem Dreck, mal seh‘n wie das so ist. Mach dir keine Sorgen, du siehst sogar den toten Winkel. Den Alltag mal vergessen, schließlich ist der TÜV neu. Der Sonne entgegen - bist bestens vorbereitet mit Lichtschutzfaktor 50. Nicht mal ein Motoradklub vermisst dir dann die Laune. Ein Eis tropft auf deine Hose. Dein Schweiß tropft noch hinterher. Die Fahrt geht weiter über Pferdemist und Landschaften fliegen am Fenster vorbei. Selbst Thors Hammer fährt in ne andre Richtung, sonst kein Arschloch hier weit und breit. Das schöne Panorama zeigt wenig braune Flecken, kurz mal angehalten und das Leben lieben. Aldi’s Picknickdecke wird somit eingeweiht. Dann noch etwas Mais geklaut, die Luft riecht gut gedüngt. Wo sind wir denn gelandet? Ist eigentlich egal, mit Fliegen in den Augen sind wir nur zu zweit. Und wenn man bedenkt, dass hier sonst alles scheiße ist, war es heute echt super, beinah‘ wohlgefühlt. Doch dann kommt ein Schild: in Zwickau ist bald Stadtfest.
6.
Du hältst dich für das Opfer. Sag mal merkst du‘s denn noch? Ganzes Leben: Ignoranz, keine Moral, kein Verstand. Stehst für Blut und Boden. Wir haben dich nie geliebt. Deutschland, du Täter!
7.
02:03
Luftschiff explodiert, Strychnin neben Linsen, der Kohleabsatz sinkt - Schlagzeilen in den Abendblättern. Elefanten auf dem Bürgersteig, der Kaffeemarkt nervös, ein Streik steht bevor, erfolglos war die letzte Wahl, Verbrecher in Chicago, Skandal um Clara Bow, Verhandlungen in Moskau - Täglich das normale Pensum. Und Fabian trinkt Kaffee. Mein Gott schmeckt der nach Zucker. Genau wie in der Mensa, die Nudeln vor zehn Jahr‘n. Der Kellner kommt geschwind, doch weiß keinen Rat. `Ne Kippe an und zahlen bitte. Er möchte weitergehen. Ein Treffen mit Irene und ihrem Mann, dem Anwalt – Verträge, die verwirren und Fabian will weg. Weltgeschichten toben, Schreibmaschinen klappern, der Kanzler spricht zum Volk, Verbrechen in Kalkutta. Die Arbeit ist getan, endlich noch mehr Wein. Alle sitzen rum, tun konsequent das Falsche. Manche müssen weinen, andere die schlafen. Am Morgen ins Büro, Fischer macht grad Frühstück. Straßenlärm der trommelt, Nachbarn, die nur schreien. Arbeitsplätze wackeln, Menschen sind recht ratlos. Die Unterwelten locken - Szenen aus der Stadt. Die Stimmung, die kocht hoch und Fabian schaut zu.
8.
02:47
Nach gerademal 11 Stunden Schlaf endlich aufgestanden. Rückenleiden, Schmerztablette, so beginnt der Morgen. Dann ist auch noch Müsli alle, doch Zahnbelag macht satt. Ungekämmt und schlecht rasiert, mein letzter Funken Punk. Ein Kater und ein Kotzefleck erinnern mich an gestern Abend. Ein Kater und ein Kotzefleck erinnern mich an letzte Woche. Den Bus verpasst wie jeden Tag, immer nur dasselbe. Der Nächste kommt in 5 Minuten, warten macht mich krank. Autos hupen, Nieselregen, die Jacke stinkt nach Rauch. So steh‘ ich da und denke noch: welcher Tag ist heut? Der Tag vorbei, der Kopf tut weh, ich will nur noch heim. Zu Hause rein, Scheißtreppen steigen, doch hier geht’s mir gut. Tiefkühlpizza, Filterkaffee, wer braucht denn da noch Obst? Dann Nudeln mit Tomatensoße, sie geben Kraft für die Nacht. Scheiß auf‘s aus dem Haus gehen, ich bin hier ein König. Andre sind doch mir egal, wer braucht jemals Tageslicht? Am Abend dann ein Spätibier, für 1,50 an der Ecke. Eigentlich war‘s heut ok, denn Arbeit hab ich keine.
9.
02:20
Die Wände blass, der Boden dreckig, zu Hause ist‘s wie immer. Die Bahn kommt spät und Kinder nörgeln, Bayern hat gewonnen. Der Kühlschrank leer, nur Dosenfutter - ich muss hier endlich raus. Das Auto fast schon festgewachsen, mit Zetteln an den Scheiben. Die Autobahn plus 70 Cent, Pinkelpause kurz vorm Ziel. Und Dosenbier erfrischt den Innenraum. Im Radio läuft Terrorgruppe und alle überholen rechts. Ab geht’s in den Norden. Warum nicht mal zur Ostsee fahren? Am Strand spazieren, Sand in den Schuhen und Regen auf der Jacke. Ausflugsziel: Karls Erdbeerhof und scheiße nette Eltern. Doch Oma gibt kein Taschengeld, so bleibt das nur ein Traum.

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Gegen die Gesamtscheiße, früher wie heute! Danke an alle, die uns unterstützen. Danke an Tobi, Magnus, Christof, Andi und Maik. Stay Punk!

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released August 25, 2017

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pleite Berlin, Germany

Kein Bock auf Nazis, Bulln und alle anderen Arschlöcher!

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